Yu-Shen Su

Yu-Shen Su, *1979 in Chiayi, Taiwan, lives and works in Essen, GER; studied at National Taiwan University of Arts, Taiwan and Kunsthochschule für Medien Köln, Cologne, GER and Kunsthochschule Burg Giebichenstein, Halle, GER 2013 Local Futures–The Chinese Culture, Young Overseas Chinese Invitational Exhibition, He Xiang Ning Museum, Shenzhe, CHN; Rencontres International Paris/Madrid/Berlin, Haus der Kultur der Welt, Berlin, GER 2010 Echoraum, Bundeskunsthalle, Bonn, GER

Man Made Place
2012

Kräne, Betonmischmaschinen und Bauarbeiter bestimmen die Bilder von Yu-Shen Sus experimenteller Dokumentation Man Made Place. Was in der hügeligen Wüstenlandschaft in der Inneren Mongolei entsteht, wird im Verlauf des Films deutlich: eine Stadt vom Reißbrett, ein Zentrum für Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft. Von der modernen City Kangbashi, die eine Mitarbeiterin des Planungsbüros in einer Computeranimation anpreist, zeigt die Kamera jedoch nur leere Hüllen. Die Bürotürme sind ungenutzt, die Straßen und Parkanlagen ohne Leben – die wenigen Menschen erscheinen wie Figuren in einem Monopoly-Spiel. Einen anderen Eindruck vermitteln die Aufnahmen der im Verfall begriffenen Ölstadt Yumen, die Su mit den filmischen Bildern von Kangbashi kombiniert hat. Die von Pflanzen überwucherten Gebäude mit herumstreunenden Schafen wirken beinahe poetisch, allein die dunklen Fensterlöcher und der düstere Bericht von zwei spielenden Jungen brechen mit der Ruinenästhetik. In der Gegenüberstellung der menschenleeren Wohn- und Arbeitsräume von Kangbashi und Yumen offenbaren sich unterschiedliche Stadien des Organismus einer Stadt: sein Entstehen und sein Niedergang. (skh)

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  • Farbe: color
  • Länge: 53:00
  • Single-channel Video