Kai Zimmer

Kai Zimmer, *1964 in Kiel, GER, lives and works in Berlin, GER 2014 Berlin Art Prize, Kühlhaus Berlin, Berlin, GER; Bewegte Bilder, Galerie im Marstall Ahrensburg, Berlin, GER

Kantdada
2013

Die Aufnahmen für Kai Zimmers Film Kantdada entstanden in der Stadt Kaliningrad, ehemals Königsberg, Heimat des Philosophen Immanuel Kant. Der Film zeigt Szenen aus dem Kaliningrader Alltagsleben und wirkt beinahe dokumentarisch, würde der Blick der Kamera nicht so häufig auf vorbeieilenden Frauenbeinen in hochhackigen Schuhen verweilen. Dazwischen erscheint immer wieder das Konterfei einer blonden Frau, der Russin Olga Suvorova. Ihr gehört die Stimme, die aus dem Off spricht, rhythmisch und abgehackt: „Die. Kunst. Wird. Bloß. Als. Ob. Vollendet.“. Diese Worte sind Fragmente aus Kants Werken, die Zimmer zuvor von Suvorova vorlesen ließ und anschließend zu einer kryptischen Collage, Kant-Dada eben, montiert hat. Dem Kant’schen Wortstakkato stellt Zimmer die Kürzesterzählung „Fall 19 – Begegnung“ des russischen Literaten Daniil Charms zur Seite: „Da ging einmal ein Mann ins Büro und traf unterwegs einen anderen Mann, der soeben ein polnisches Weißbrot gekauft hatte und sich auf dem Heimweg befand. Das ist eigentlich alles.“. Kantdada spielt dabei nicht nur mit dem Sinn (oder Un-Sinn) des Textes, sondern löst auch die dazu gezeigten Bilder aus ihrem Kontext im urbanen Alltagsgeschehen. (ih)

  • VIDEO
  • Farbe: color
  • Länge: 13:30
  • Single-channel Video