Julia Weißenberg

Julia Weißenberg, *1982 in Bergisch-Gladbach, GER, lives and works in Hamminkeln, GER; studied at Kunsthochschule für Medien Köln, Cologne, GER 2014 Concrete Shore, Artothek, Cologne, GER 2013 VIDEONALE.14/Parcours, Künstlerforum Bonn, Bonn, GER 2012 ECHORAUM 6 minus, Bundeskunsthalle Bonn, Bonn, GER

Nothing to retain
2014

1930 entwarf der Architekt Mies van der Rohe ein Clubhaus für den damals neu gegründeten Krefelder Golfclub, das aufgrund der Weltwirtschaftskrise aber nie realisiert werden konnte. Unter dem Titel „Mies 1:1“ wurde 2013 anhand der Originalpläne ein temporäres, begehbares Architekturmodell aus Holz im Maßstab 1:1 am einst vorgesehenen Standort errichtet. Julia Weißenberg macht dieses Projekt zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit Nothing to retain, in der sie sich mit der Frage nach der Vergänglichkeit oder Beständigkeit von Ideen, Vorstellungen und Entwürfen beschäftigt. Was passiert, wenn man versucht, ein Konzept, das vor langer Zeit entworfen wurde, in die Gegenwart zu transferieren? Kann es noch halten, was es seinerzeit versprach? In kontemplativen Aufnahmen zeigt Weißenberg Ausschnitte der minimalistischen Architektur mit ihrer großzügigen, lichtdurchfluteten Struktur und das Zusammenspiel mit der ländlichen Umgebung, die heute längst kein Golfplatz mehr, sondern Agrarfläche ist. In ihrem Video „re-transformiert“ Weißenberg das Pavillon-Modell allerdings: Sie filtert die Farbigkeit des Holzes aus den Aufnahmen und lässt dadurch das Gebäude wie einen auf Dauer angelegten Betonbau aussehen. (ih)

  • VIDEO
  • Farbe: color
  • Länge: 07:09
  • Single-channel Video