Jens Standke

Jens Standke, *1982 in Georgsmarienhütte, GER, lives and works in Cologne, GER; studied at Kunsthochschule für Medien Köln, Cologne, GER 2014 Media Campus, European Media Art Festival, Osnabrück, GER; Musik über das Morgen hinaus, Open Source Festival & Quadriennale Düsseldorf, Dusseldorf, GER 2011 Origin – wie alles beginnt, Ars Electronica, Linz, AUT

Vinylaktiten/Vinylagmiten
2013

Wie ihre natürlichen Verwandten, die Stalaktiten/Stalagmiten, scheinen die Vinylaktiten/Vinylagmiten von der Decke herab oder aus dem Boden herauszuwachsen. Dieses Wachstum ist auch akustisch nachvollziehbar. Simultan zu der optischen Präsenz der Vinylplatten, die übereinandergeschichtet die Form von Tropfsteinen ergeben, sind die Klänge der einzelnen Schallplatten sukzessiv zu hören. Hierbei verschmelzen Musik, Rauschen und Knacksen zu einem neuartigen Klangerlebnis. Mittels computergesteuerter D.I.Y.-Fräse und optischem Tonabnehmer ist es Jens Standke gelungen, aus Schallplatten Formen herauszufräsen und simultan ihren jeweiligen Klang aus einem Duplikat entlang der gleichen Schnittlinie abzutasten. Die Skulpturen bestimmen somit die akustische Abfolge und haben in ihrer Kontur nicht nur Ähnlichkeit mit Tropfsteinen, sondern auch mit Wellenformen bei optischen Sprachaufzeichnungen. Mittels eines 3D-Programms bearbeitet Standke solche Wellenformen zu einem virtuellen Objekt, dessen Querschnitte als Fräs- und Abtastkonturen auf die Schallplatten übertragen werden. Sowohl die schnelle Vergänglichkeit des Klangs als auch die übermenschliche Wachstumsdauer von Tropfsteinen bilden sich in den Vinylaktiten/Vinylagmiten ab. (ca)

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